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Projekt BEST

Voneinander zu lernen und so Impulse für die gesamte Fehmarnbeltregion zu setzen, ist ein wesentliches Ziel des Projektes. Hierbei spielen die unterschiedlichen Erfahrungen und Ehrenamtskulturen in beiden Ländern eine wesentliche Rolle. Von ihnen zu lernen und diese gemeinsam zur Entwicklung und Stärkung des Bürgerschaftlichen Engagements in der Fehmarnbeltregion zu nutzen, eröffnet neue Perspektiven und ist gesellschaftlich von großer Bedeutung.

Bürgerschaftliches Engagement ist eine unverzichtbare Bedingung für den Zusammenhalt und die Weiterentwicklung der Gesellschaft. Es fördert das Miteinander und stärkt die Demokratie und den Sozialstaat.

Das Projekt BEST fördert das bürgerschaftliche Engagement in der Kommune Sorø und im Kreis Plön.

Projektzeitraum

Start: 01.04.2013
Ende: 30.06.2015
Gesamtlaufzeit:  27 Monate

Hintergrund

Die Zivilgesellschaft und die gemeinnützig ehrenamtlichen Bürger haben auf vielen Ebenen den Weg für die Wohlfahrtsgesellschaft geebnet, so wie wir sie heute kennen. Bürgerschaftliches Engagement ist eine unverzichtbare Bedingung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.
Die Engagementbereiche sind vielfältig und reichen vom kirchlichen Bereich, der Feuerwehr, dem Sport, Umwelt- und Tierschutz, Politik, Sozialem, Kultur, Justiz, Jugendarbeit und Bildung hin zu Interessenvertretungen und lokalem Engagement.

In Dänemark leisten ca. 43 % der Bevölkerung ehrenamtliche Arbeit. 18% sind im sozialen Bereich involviert und noch mehr engagieren sich im Kultur- und Freizeitsektor (Quelle: Det frivillige sociale arbejde. Jahresbericht 2010 (2011, Sozialministerium)). In Deutschland sind ca. 36% der Bevölkerung ehrenamtlich aktiv. Hier ist mit über 10% der Sport der größte Engagementbereich. In beiden Ländern geben wesentlich mehr Menschen an, dass sie an der Ausübung ehrenamtlicher Arbeit interessiert sind, und die Tendenz ist deutlich steigend (Koch-Nielsen, Henriksen, Fridberg og Rosdahl, Socialforskningsinstituttet 2006). 1999 gaben 26% der Bevölkerung in Deutschland an, zum Engagement bereit zu sein, haben aber ihren Bereich für ehrenamtliches Engagement noch nicht gefunden. 2009 war die Zahl auf 37% gestiegen (Freiwilligensurvey, Ministerium für Familien-, Alten-, Frauen- und Jugendfragen, 1999 und 2009). Entsprechend würden sich 68 % der nicht-ehrenamtlichen in Dänemark im Jahr 2010 gerne ehrenamtlich engagieren, wenn sie gefragt werden (Det frivillige sociale arbejde. Årsrapport 2010 (2011, Socialministeriet)). Dies verdeutlicht, dass viele Menschen trotz grundlegender Bereitschaft noch nicht den Weg in ein Ehrenamt gefunden haben. Dieses enorme gesellschaftliche Potential wird im vorliegenden Projekt in den Blickpunkt gerückt.

In Dänemark wird oft der Begriff „Vereinsdänemark“ für die verbreitete Freiwilligentradition verwendet. In vielen Zusammenhängen hat dies nun einen negativen Klang bekommen und wird als Synonym für etwas Altes und Unzeitgemäßes gesehen. Die Freiwilligen in der sozialen Arbeit werden herabsetzend als „Hutdamen“ bezeichnet. Feststellen lässt sich überdies, dass die Frage nach dem individuellen Nutzen bei vielen Menschen ausgeprägter geworden ist. Ein positives Image der freiwilligen Arbeit zu verbreiten und seine Attraktivität zu fördern wird im Projekt BEST daher besondere Beachtung finden.

Ein großes Bestreben ist daher die Etablierung eines Freiwilligenzentrums. In Schleswig-Holstein gibt es zwar bereits die „Landesinitiative Bürgergesellschaft“, die z. B. eine zentrale Stellenbörse für Ehrenamtliche anbietet. Abgesehen von dem geringen Bekanntheitsgrad dieses Angebotes verdeutlicht ein Blick auf die Homepage, dass dieses Angebot für den Kreis Plön nicht ausreichend differenziert und daher für die Zwecke der regionalen Ehrenamtsvermittlung nicht zielführend ist. Eine erfolgversprechende Stärkung des Ehrenamtes wird aufgrund der notwendigen räumlichen Nähe der Menschen zum Ehrenamt und des starken persönlichen Faktors voraussichtlich am besten regional (Kreis) bis lokal (Stadt) zu erzielen sein.

In der Gemeinde Sorø (ca. 30.000 Einwohner) gibt es mindestens 65 Vereine, die freiwillige soziale Arbeit im traditionellen Sinne ausführen. Frivilligt Forum Sorø ist für diese die Dachorganisation. Insgesamt sind ca. 200 Vereine im Bereich freiwilliger Arbeit in unterschiedlichen Bereichen aktiv. Im Kreis Plön (ca. 135.000 Einwohner) gibt es über 800 Organisationen, in denen Menschen im Ehrenamt in verschiedenen Bereichen aktiv sind. In den ländlich geprägten Regionen Sorø und Plön leisten die freiwilligen Organisationen oft einen entscheidenden Beitrag zum Zusammenhalt und zum sozialen Leben der kleinen Dorf- und Stadtgemeinden. Die ländliche Struktur stellt für das Ehrenamt jedoch auch eine besondere Herausforderung dar. Daher ist es wichtig, eine stärkere Vernetzung der verschiedenen Organisationen für die Zukunft anzuregen und den Organisationen vor Ort mehr Unterstützung zukommen zu lassen.

Wirft man einen Blick auf die Organisationen, die mit Freiwilligen arbeiten, stellt man fest, dass die Grundbedingungen der einzelnen sehr unterschiedlich sind. Die Größe variiert erheblich. Viele kleine Organisationen haben etwa 100 Mitglieder, einige sogar nur eine Handvoll, nur manche Größere haben Dachorganisationen im Rücken und andere können auf hauptamtliche Unterstützung zurückgreifen. Fragen der Mitgliederwerbung, Rechtsfragen zur Vorstandsarbeit, Versicherungsfragen, Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit, Konfliktbewältigung sind beispielhafte Themen, die sich alle im Grunde selbst erarbeiten müssen. Es fehlt oftmals eine zentrale Anlaufstelle, die hier Unterstützung bieten kann. Diesen Bedarf wollen wir durch die Etablierung eines Freiwilligenzentrums decken.

Das Frivilligt Forum Sorø hat gerade eine Antwort auf einen Förderantrag an das Sozialministerium zur Einrichtung eines Freiwilligenzentrums erhalten. Dem Antrag wurde stattgegeben. Das Freiwilligenzentrum wird eine eigenständige Institution mit eigener Leitung werden. Das Geld, das bereitgestellt wird, deckt die Kosten für eine Zentrumsleitung und etwas administrative Unterstützung für Buchhaltung etc… Das Zentrum soll erwartungsgemäß im Laufe des Sommers 2013 eingerichtet werden.

Das Ziel des Freiwilligenzentrums ist Kontaktvermittlung und Dialog zwischen interessierten Einzelpersonen, Vereinen und Organisationen zur Stärkung des freiwilligen sozialen Einsatzes. Das Zentrum leistet einen aktiven Einsatz, um die ehrenamtliche Arbeit sichtbar zu machen, und hilft, neue Initiativen zu starten.

Die Einrichtung des Freiwilligenzentrums erleichtert und fördert hoffentlich einige der Aktivitäten, die durch dieses Projekt (BEST) gestartet werden – aber es besteht kein direkter Zusammenhang zwischen BEST und dem Freiwilligenzentrum.

Auf lange Sicht wird das Freiwilligenzentrum als Kooperationspartner in BEST eingehen.

Das Sozialministerium in Dänemark will die Entwicklung der Zivilgesellschaft als bedeutende Ressource für aktive Mitbürgerschaft fördern. Das Arbeitsprogramm „Danmark 2020“ will die Zivilgesellschaft und die freiwilligen Organisationen als wichtige Zielsetzung in die soziale Arbeit stärker mit einbinden. In Übereinstimmung hiermit hat die Kommune Sorø das Entwicklungsprojekt „Slip ildsjaelene løs“ in Gang gesetzt, um die Zusammenarbeit zwischen der Kommune und den Vereinen und Gruppen, die sich in der sozialen Arbeit engagieren, zu entwickeln. Das Projekt ist zum Gesundheitsbereich abgegrenzt und betrifft konkrete neue Angebote. Beispiele sind:

  • Gå i Gang – verantwortungsvolle Bewegung und Sport für Gesundheitsgeschädigte
  • Begleiter – für von Demenz betroffene Familien
  • Donnerstagscafé – für Bürger mit Folgen nach Hirnschaden
  • Krebsrehabilitation – Zusammenarbeit zw. Kommunen und Patientenorganisation

Auch im Kreis Plön weist die von der öffentlichen Hand entwickelte Strategieplanung mehrfach die Förderung bürgerschaftlichen Engagements aus. In ganz Deutschland ist die Förderung bürgerschaftlichen Engagements seit längerem Bestandteil der Leitbilddiskussionen in den öffentlichen Verwaltungen. Die ehrenamtlichen Organisationen haben jedoch sehr unterschiedliche Voraussetzungen in Bezug auf die mögliche Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand. Ebenso haben Verwaltungszweige unterschiedliche Voraussetzungen für Dialoge mit dem ehrenamtlichen Milieu. Für Kooperationspartner kann es sehr schwer sein, den Standpunkt des anderen zu verstehen und somit zu respektieren. Es ist deshalb eine große Herausforderung, eine gute Kooperation zwischen den Freiwilligen und der öffentlichen Hand zu etablieren. Aus diesem Grund möchten wir neue Zusammenarbeitsmodelle entwickeln und bspw. Kooperationsvereinbarungen einsetzen, um klare Rahmen zu schaffen.

Keine der großen Herausforderungen, denen wir uns in Politik und Gesellschaft gegenübersehen, sei es z.B. der demografische Wandel, die Reform des Bildungswesens oder die Integration von Migranten, wird ohne engagierte Bürger und ohne neue Formen der Kooperation und Vernetzung und des freiwilligen Engagements bewältigt werden können. Dies aktiv weiter zu entwickeln muss daher eine zentrale Rolle in unsere Gesellschaft einnehmen. Durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit dieses Projektes möchten wir einen Nährboden für Innovation und aktives bürgerschaftliches Engagement sowohl in der Fehmarnbeltregion als auch in der gesamten EU schaffen.



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Projekt BEST

"Wenn wir den Kern betrachten, haben wir die gleichen Herausforderungen." Peter, Freiwilliger in Sorø Kajak Club

"Aha-Erlebnis für mich war, dass Freiwilligenarbeit vielfältig ist". Martin,  Freiwilliger bei den Pfadfindern Laurentius

Webseite des Freiwilligen Zentrums Plön: www.freiwillig-im-kreis-ploen.de

Webseite des Frivillig Center Sorø: www.frivilligcenter-soroe.dk

Projektpartner

Projektparter: Sorø KommuneProjektparter: Gleichstellungsbeauftragte  - Kreis PlönLeadpartner: Diakonisches Werk des Kirchenkreises Plön-Segeberg GmbHProjektparter: Frivilligcenter SorøProjektparter: kreisfeuerwehrverband PlönProjektparter: Amt für Jugend und Sport - Kreis PlönProjektparter: Kreisvolkshochschule Plön e.V.

Gefördert von:

gefördert durchgefördert durchgefördert durch

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